Steigerung in Kasendorf nach Eröffnung
Einer der ersten Naturpfade Oberfrankens
und einer der ersten Deutschlands
aus ganz Süddeutschland
"Was diesen Naturpfad einen Vorrang vor ähnlichen deutschen Freilandbildungsstätten verschafft, ist seine Geschlossenheit und die in ihrer Augenfälligkeit und Großartigkeit einmalige Verknüpfung von Volksgeschichte und Heimatnatur."
"Klein Berchtesgaden Oberfrankens" - so wurde die einzigartige landschaftliche Schönheit um Kasendorf beschrieben, die Tausende von Naturfreunden aus ganz Süddeutschland anzog.
Erster Vorgeschichtskurs des Lehrerverbandes in Kasendorf. Leitung: Prof. Dr. Georg Hock (Würzburg) und Hauptlehrer Max Hundt (Kulmbach).
Ausgrabung: Hügel X im Pfarrwald
Folge: Politische Einmischungsversuche der NSDAP, die
Geheimrat Dr. Fritz Hornschuch zur Übernahme der Finanzierung veranlassten.
Zweiter Vorgeschichtskurs des Lehrerverbandes mit über 60 Teilnehmern aus ganz Bayern. Leitung: Prof. Dr. Georg Hock (Würzburg) und Hauptlehrer Max Hundt (Kulmbach).
Ausgrabungen: Pfarrwald und Turmberg
Folge: Großes Interesse und viele Besucher
Eröffnung des ersten Teils des Naturpfads. Schnell folgten die weiteren Abschnitte, die einen Rundweg um Kasendorf bildeten.
Erfolg: "Kasendorf wurde zu einem weltlichen Wallfahrtsort"
Der Naturpfad verfiel mangels Wartung. Besonders der beliebte Märchenwald nahm großen Schaden.
Wiederaufbau unter Max Hundt mit vielen Helfern. Fritz Hornschuch unterstützte erneut finanziell. Der Märchenwald konnte nicht wiederhergestellt werden.
Feier mit: Gesangsverein "Liederkranz", Naturfreunde Kulmbach, Touristenverband
Dieter Schmudlach überarbeitete die Tafeln zur Vor- und Frühgeschichte und erstellte neue Geologie-Tafeln.
Auszeichnungen: Archäologiepreis 2006, Bundesverdienstkreuz 2009
Initiative: Helga und Siegfried Dressel aus Peesten übernahmen 2018 das Ehrenamt der Wegewarte und trieben das Erneuerungsprojekt voran.
Kommunale Unterstützung: Bürgermeister Bernd Steinhäuser sicherte sofort die Finanzierung und bot die Kompletterneuerung an.
Ergebnis: 35.000 Euro Gesamtinvestition (60% Naturpark-Förderung, 40% Gemeinde)
27 erneuerte + 8 neue Tafeln mit QR-Codes, Fertigstellung April 2020
Der Naturpfad ist weiterhin begehbar und bietet mehr wissenschaftliche Informationen als je zuvor. Moderne Tafeln ergänzen das bewährte historische Konzept.
Namensgeber des Naturpfads (1874-1955)
Kulmbacher Textil-Industrieller, der die Kosten für die Ausgrabungen übernahm, als diese durch politische Streitigkeiten gefährdet waren. Verhinderte den Einfluss der Nationalsozialisten auf das Projekt.
"Aus Bescheidenheit wollte er nicht als Namensgeber dienen, stimmte aber zu, als Hundt warnte, die Nazis könnten sonst Einfluss nehmen."
Initiator und Schöpfer (1898-1965)
Hauptlehrer und späterer Oberstadtschulrat aus Kulmbach. Entwickelte das innovative Konzept, Archäologie mit Tourismus und Bildung zu verbinden. Leitete die Ausgrabungen und organisierte nach dem Krieg den Wiederaufbau.
Pionierleistung: Einer der ersten Naturlehrpfade Deutschlands
Wissenschaftlicher Mitinitiator (1888-1973)
Geologe, Botaniker und Rektor der Pestalozzischule Kulmbach. Verfasste die geologischen und botanischen Texte der original Lehrtafeln. Hatte die Idee, erläuternde Tafeln bei den Grabungsstellen anzubringen.
Publikation: "Kasendorf und sein Umland" - grundlegende Arbeit zur Geologie und Geschichte der Region
Bewahrer und Modernisierer (1936-2023)
Kreisheimatpfleger (1970-2017) und Konrektor der Kasendorfer Schule. Kümmerte sich über 50 Jahre intensiv um die Lehrtafeln und führte das Erbe von Max Hundt in die moderne Zeit.
Auszeichnungen: Archäologiepreis Bayern (2006), Bundesverdienstkreuz (2009)
Lokale Unterstützer (1935-1936)
Initiative und Umsetzung
35.000 Euro Gesamtinvestition: 60% Naturpark-Förderung, 40% Gemeinde Kasendorf
Strecke: Bahnhof → Pfarrwald → Prelitz → Straße nach Zultenberg
Der Weg führte durch das Hügelgräberfeld im Pfarrwald mit seinen archäologischen Schätzen. Beim Aufstieg zum Prelitz durchschritt man alle drei Schichten des Jura (Schwarz → Braun → Weiß).
Auf dem "Lindlein" bot sich eine fantastische Aussicht in alle Richtungen - von der Plassenburg über das Fichtelgebirge bis zum Döbraberg.
Strecke: Straße Zultenberg → Felsentor → Reuth
Dieser Teil widmete sich Pflanzen, Märchen und Lyrik. Es gab eine Märchenkanzel mit wechselnden Märchen und Glaskästen mit Gedichten. Märchenfiguren säumten den Weg.
"Der Lieblingsabschnitt der Jugend" - Nach dem Krieg konnte er nicht wiederhergestellt werden, da Grundstückseigentümer den Durchgang verweigerten und bereits angelegte Treppen wieder beseitigten.
Strecke: Reuth → Sonnentempel → Friesenquelle → Festplatz
Der dritte Abschnitt (1937 fertiggestellt) führte zum Sonnentempel mit seiner Aussichtsplattform auf einer Felsklippe. Von hier hatte man einen beeindruckenden Blick über das gesamte Friesenbachtal.
Die große Karstquelle "Friesenquelle" lag nahe am Weg und wurde oft besucht.
Strecke: Festplatz → Turmberg → Magnusturm → Bahnhof
Der vierte Teil stellte den krönenden Abschluss dar. Durch die beiden westlichen Tore der Wallanlagen ging es zum Magnusturm, dem letzten Aussichtspunkt.
Von hier konnten die Wanderer nochmal den gesamten zurückgelegten Weg überblicken, der sich um das Kasendorfer Tal schlängelte.
Auch heute gibt es den Naturpfad noch. Alle vier Teile können wieder begangen werden, wenn auch mit einigen Veränderungen.
Der Fritz-Hornschuch-Naturpfad erhält weiterhin überregionale Anerkennung als bedeutende Attraktion Oberfrankens. Der Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura förderte die Erneuerung mit 35.000 Euro, der Tourismusverband Franken bewirbt ihn als Hauptattraktion, und Wanderportale loben die "abwechslungsreiche Wanderung mit geologischen Highlights" und "besonders schöne Panoramablicke über die Natur".
Wandeln Sie auf den Spuren der Vergangenheit und erleben Sie die einzigartige Verbindung von Natur und Geschichte.