Archäologie am Fritz-Hornschuch-Naturpfad

Der Fritz-Hornschuch-Naturpfad - Ein Tor zur Vergangenheit

Der Fritz-Hornschuch-Naturpfad verbindet seit seiner Eröffnung Ende August 1936 Naturerlebnis mit archäologischer Entdeckung. Als einer der ersten Naturlehrpfade Deutschlands macht er die reiche Vergangenheit der Region Kasendorf erlebbar.

Ein "weltlicher Wallfahrtsort" entsteht

Als der Naturpfad eröffnet wurde, strömten die Menschen in Scharen nach Kasendorf. Georg Schwarz berichtet: "Die Ausgrabungsstätten im Pfarrwald und auf dem Turmberg wurden zu einer großartigen Heerstraße, auf der bei günstigem Wetter ein Besucherstrom sich bewegte wie zu einem weltlichen Wallfahrtsort."1

Die Gasthäuser konnten den Ansturm kaum bewältigen - Kasendorf wurde über Nacht zum "Klein Berchtesgaden" Oberfrankens.

Die Entstehung des Pfades ist untrennbar mit den archäologischen Pionierarbeiten von Max Hundt (Oberstadtschulrat Kulmbach) und Prof. Dr. Georg Hock (Universität Würzburg) verbunden. Durch die großzügige finanzielle Unterstützung von Geheimrat Dr. Fritz Hornschuch konnte das Projekt trotz politischer Widerstände realisiert werden.

Die Innovation des Naturpfads

Die ursprüngliche Konzeption war revolutionär: Informationstafeln direkt an den Ausgrabungsstätten sollten den Besuchern eine unmittelbare Verbindung zur archäologischen Evidenz ermöglichen. Diese innovative Präsentation machte Kasendorf zum Vorreiter der öffentlichen Archäologie in Deutschland.

Nach dem Krieg: Dank erneuter Unterstützung durch Dr. Hornschuch konnte der Pfad am 28. August 1949 wiedereröffnet werden - allerdings ohne den "Märchenwald" (Teil 2), der aufgrund von Grundstücksstreitigkeiten verloren ging.

Schlüsselfiguren der Archäologie

Pionier der oberfränkischen Archäologie
Führte systematische Ausgrabungen in Kasendorf durch: Pfarrwald-Hügelgräber (1935-36), Turmberg-Befestigung, Neudorf-Schnurkeramik. Gründete die archäologische Sammlung des Luitpoldmuseums (heute LMO). Seine wissenschaftlich dokumentierten Grabungen legten den Grundstein für unser Verständnis der Kasendorfer Vorgeschichte.

Wissenschaftlicher Berater
Professor an der Universität Würzburg. Leitete 1934 den ersten und 1935 den zweiten Vorgeschichtskurs gemeinsam mit Hundt. Seine wissenschaftliche Expertise legitimierte die Grabungen und verhinderte deren politische Vereinnahmung durch die NS-Ideologie.
Prof. Dr. Georg Hock verstarb am 15. September 1936 in Würzburg, nur wenige Wochen nach der Eröffnung des Naturpfads. Ob er an der Eröffnungsfeier noch teilnehmen konnte, ist aus den uns vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.

Mäzen und Bewahrer
Geheimrat und Fabrikant. Finanzierte die Ausgrabungen und den Naturpfad vollständig. Sein Eingreifen rettete das Projekt vor NS-Vereinnahmung. Nach dem Krieg ermöglichte er den Wiederaufbau. Ohne seine großzügige Unterstützung wären die archäologischen Schätze Kasendorfs nie erschlossen worden.

Moderner Bewahrer des Erbes
Kreisheimatpfleger und Leiter der archäologischen Abteilung im Landschaftsmuseum Obermain. Führte die Tradition fort: wissenschaftliche Aufarbeitung der Funde, Modernisierung des Naturpfads (2012-2020), umfangreiche Publikationen. Seine Arbeit macht die Archäologie für heutige Generationen zugänglich.

1 Georg Schwarz: "Der 'Fritz-Hornschuch-Naturpfad' bei Kasendorf". In: Heimatbeilage zum Amtl. Schulanzeiger Oberfranken Nr. 127 (1986).

Archäologische Zeitleiste

Erste Spuren menschlicher Besiedlung in unserer Region. Bedeutende Funde:

  • Mikrolithen und Steingeräte: Zeugnisse der Jäger und Sammler
  • Schnurkeramisches Hockergrab von Neudorf (2800-2200 v. Chr.): Mit Streitaxt und Amphore, eines der wichtigsten jungsteinzeitlichen Gräber der Region
  • Steinzeitliche Pfeilspitzen aus Kasendorf-Dörnhof

Die Zeit der ersten Metallverarbeitung brachte neue Bestattungsformen:

  • Hügelgräber auf dem Prelitz: Monumentale Grabhügel der Elite
  • Bronzefunde aus Reuth: Armringe, Radnadeln, Lappenbeile
  • Übergang zur Urnenfelderkultur: Neue Bestattungssitten etablieren sich

Hallstattzeit (800-450 v. Chr.)
  • 78 Hügelgräber im Pfarrwald: Eine der größten Nekropolen Oberfrankens
  • Reiche Grabbeigaben: Bronzeschmuck, Keramik, "Bieramphoren"
Latènezeit (450 v. Chr. - 0)
  • Keltische Befestigung auf dem Turmberg: 14 Hektar große Anlage mit Pfostenschlitzmauer - einer für den östlichen keltischen Raum typischen Befestigungstechnik
  • Bronzener Knotenarmring: Leitfund von 1928

Kontinuierliche Nutzung und Ausbau der alten Anlagen:

  • Karolingisch-ottonische Befestigung: Wiedernutzung des Turmbergs
  • Erhöhung des Abschnittswalls im 10. Jahrhundert gegen Ungarneinfälle
  • Hochmittelalterliche Burg: Adelssitz auf dem Turmberg (archäologisch belegt durch Keramik um 1220)
  • Magnusturm 1498: Teil der Signalkette "Wart und Eil auf dem Gebirg"

Besiedlungsphasen und Ausgrabungen in Kasendorf

Diese Übersicht zeigt alle nachgewiesenen Besiedlungsphasen mit ihren wichtigsten Funden und Ausgrabungen.
Tabelle ist horizontal scrollbar
Zeitperiode Zeitraum Fundorte / Ausgrabungen Wichtige Funde Historischer Kontext
Mittelsteinzeit
(Mesolithikum)
8000-5500 v. Chr. Einzelfunde in der Region Mikrolithen, Steingeräte Jäger und Sammler in der Nacheiszeit
Jungsteinzeit
(Neolithikum)
5500-2200 v. Chr. • Kasendorf-Neudorf (1932)
• Dörnhof (Einzelfunde)
• Schnurkeramisches Hockergrab
• Streitaxt, Amphore
• Steinzeitliche Pfeilspitzen
Erste Bauern, Linearbandkeramik in der Region, Schnurkeramik-Kultur (2800-2200 v. Chr.)
Bronzezeit 2200-800 v. Chr. • Prelitz (Hügelgräber)
• Reuth (Einzelfunde)
• Bronzearmringe
• Radnadeln
• Lappenbeile
Metallverarbeitung, neue Bestattungssitten, Übergang zur Urnenfelderkultur
Urnenfelderzeit 1200-800 v. Chr. • Kasendorf "Flur"/Industriegebiet (1982)
• Mainleus (1938, 1950, 1962)
• Etagengefäß
• Verschiedene Grabtypen
• Kinderkörperbestattung
Brandbestattung wird vorherrschend, ausgeprägte Jenseitsvorstellungen
Hallstattzeit 800-450 v. Chr. • Pfarrwald: 78 Hügelgräber (1935/36)
• Turmberg (erste Befestigung)
• "Bieramphoren" (fermentierte Getränke)
• Bronzeschmuck
• Keramik
Keltische Frühzeit, soziale Hierarchien, Handelskontakte bis zum Mittelmeer
Die frühen Forscher stellten sich prachtvolle Totenfeste vor, bei denen die "Bieramphoren" geleert wurden
Frühlatènezeit 450-250 v. Chr. • Turmberg: Pfostenschlitzmauer
• 14 Hektar große Befestigung
• Ausgrabungen: 1936, 1995
• Bronzener Knotenarmring (1928)
• Webgewichte mit Brandspuren
• Spinnwirtel
• Keramik
Keltische Siedlung, Textilproduktion, Ende durch Brand (5. Jh. v. Chr.)
Keltische
Abwanderung
ca. 400 v. Chr. • Turmberg: Besiedlungsnachweise enden • Kaum Funde aus dieser Phase Ältere These (Hundt/Schwarz): Abwanderung der Kelten (Schwarz: „nach Böhmen"), Besiedlungsnachweise reißen „völlig ab". Oberes Maintal als „Durchzugsland germanischer Völkerschaften". Ca. 600 Jahre praktisch ohne Funde vom Turmberg
Sporadische
germanische Präsenz
3.-5. Jh. n. Chr. • Turmberg (Einzelfunde)
• 1936: Hundt findet germanische Fibel
• Zwiebelknopffibel (Fundjahr unklar, erw. in Abels 1986?)
• Zwiebelknopffibel (spätes 3./frühes 4. Jh.)
• Elbgermanische Fibel (400/420 n. Chr.)
• Beinerne Griffschale
Abels/Endres (1995): Zahl spätgermanischer Funde „auffallend gering". Ältere These einer kaiserzeitlichen Befestigung (wohl Gelbhaar 1978) „muss wohl aufgegeben werden". Hundt deutete seine Fibel als Einzelverlust eines Durchziehenden. Ob „Lücke" oder „sporadische Nutzung" – die Bewertung bleibt offen
Frühes Mittelalter 500-1000 n. Chr. • 500-700: Erneut weitgehend fundleer
• Ab 8./9. Jh.: Karolingische Phase
• 10. Jh.: Ottonische Verstärkung
• Pfeilspitze, Schleifenring (8./9. Jh.)
• Tuffquadermauer
• Byzantinisches Bleisiegel (10. oder 11./12. Jh.)
Zweite fundarme Phase bis 8. Jh., dann karolingische Wiederbesiedlung mit Befestigung. Christianisierung, Ungarneinfälle (900-955), Erhöhung des Abschnittswalls
Hochmittelalter 1000-1250 n. Chr. • Turmberg: Adelsburg
• Ausgrabungen: 1975, 1985
• Tonpferdchen
• Spielwürfel
• Keramik (um 1220)
Mittelalterliche Adelsburg
Hinweis: Eine urkundliche Erwähnung von 1331 (nach Guttenberg 1925, zit. in: Heimatbeilage zum Amtl. Schulanzeiger Oberfranken Nr. 127, 1986) nennt eine "Veste Cazzendorf" der Familie von Giech, die dem Bistum Bamberg "geöffnet" wurde. Diese Zuordnung ist jedoch historisch umstritten und archäologisch nicht belegt.
Spätmittelalter 1250-1500 n. Chr. • Magnusturm (1498) • Turmbaureste
• Spätmittelalterliche Keramik
Signalkette "Wart und Eil auf dem Gebirg", Verbindung Hof-Kulmbach-Nürnberg
Wichtige Ausgrabungen in Kasendorf
  • 1928: Entdeckung des bronzenen Knotenarmrings am Turmberg (führte zur Entdeckung der keltischen Anlage)
  • 1932: Schnurkeramisches Hockergrab in Neudorf
  • 1935-1936: Max Hundt gräbt systematisch die Hügelgräber im Pfarrwald aus
  • 1936: Erste wissenschaftliche Grabung am Turmberg (Max Hundt)
  • 1975: Untersuchung der mittelalterlichen Mauern am Turmberg
  • 1982: Rettungsgrabung im Industriegebiet "Flur" - Urnenfelderzeitliches Gräberfeld, nur teilweise ausgegraben, BLfD unter R. Feger, Publikation in "Beiträge zur Archäologie in Oberfranken" erst 2015
  • 1985: Notgrabung Landesamt für Denkmalpflege am Turmberg
  • 1995: Letzte Grabung am Turmberg (B.-U. Abels, H. Endres) - Untersuchung des inneren Ringwalls, byzantinisches Bleisiegel (11./12. Jh.), Bestätigung der Mehrphasigkeit, publiziert im "Archäologischen Jahr in Bayern 1995"

Die wichtigsten archäologischen Stätten

Latènezeitliche Befestigung (5. Jh. v. Chr.)

Der Wallverlauf im Detail
Äußere Befestigung (14 Hektar):
  • Östlicher Abschnittswall: 200m lang, 20m breit, bis 5m hoch - trennt den Bergsporn von der Hochfläche
  • Ringwall: Geht vom Abschnittswall in ovaler Form um den gesamten Berg
  • Drei Tore:
    • West-Tor: Zugang vom Tal
    • Nord-Tor: Richtung Kasendorf
    • Nordost-Tor: Hauptzugang mit zusätzlichen Schutzwällen, die eine geschützte Torgasse bildeten
  • Vorgelagerter Graben: Vor dem Abschnittswall (heute weitgehend verfüllt)
Innere Befestigung (1 Hektar Gipfelplateau - zweigeteilt):
  • Künstliche Absteilung: 13m hoch im Südosten
  • Vorgelagerter Graben: Zusätzlicher Schutz vor der Absteilung
  • Innerer Ringwall: Umfasst das gesamte Gipfelplateau
  • Zwei Tore:
    • Südwest-Tor: Haupttor mit Querwall und quadratischem Torschutzturm-Fundament
    • Südost-Tor: Nebenzugang
  • Plateau-Teilung (Hochmittelalter):
    • Vorderes Plateau (nach SW-Tor)
    • Trennender Wallkomplex: kleiner Wall - Graben - hoher Wall
    • Hinteres Plateau mit Burg (heute Magnusturm)

Die genaue Lage aller Anlagenteile wird auf der interaktiven Karte weiter unten dargestellt.

  • Pfostenschlitzmauer: 4 Meter breite Steinmauer mit Holzverstrebungen - diese Bauweise ist typisch für Oppida im östlichen keltischen Raum mit charakteristischen senkrechten Holzpfosten in Schlitzen
  • Äußerer Ringwall: Umschloss 14 Hektar, hatte 3 Tore (West, Nord, Nordost - letzteres war der Hauptzugang)
  • Abschnittswall: 200m lang, 20m breit, bis 5m hoch - ein Teil der Gesamtbefestigung. Ursprünglich aus der Latènezeit (5. Jh. v. Chr.), wurde dieser mächtige Wall im 10. Jahrhundert während der Ottonenzeit deutlich erhöht. Diese Verstärkung war eine direkte defensive Reaktion auf die Ungarneinfälle, besonders während deren Höhepunkt zwischen 900-955 n. Chr. (endend mit der Schlacht auf dem Lechfeld).
  • Ende der Frühlatènezeit-Siedlung durch Brand: Archäologische Befunde zeigen Brandspuren an Webgewichten, Spinnwirteln und Keramikscherben aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Diese verkohlten Reste der Textilproduktion und des häuslichen Lebens belegen, dass die keltische Siedlung durch einen Brand endete. Ob dieser Brand intentional (kriegerische Zerstörung) oder akzidentell war, lässt sich archäologisch nicht eindeutig klären.
Die Pfostenschlitzmauer - Keltische Befestigungstechnik

Die am Turmberg verwendete Pfostenschlitzmauer ist typisch für den östlichen keltischen Raum (Süddeutschland, Böhmen). Diese Konstruktion verwendete senkrechte Holzpfosten, die in Steinschlitze eingelassen wurden, und war mit einer breiten Erdrampe hinterschüttet.

Keltische Steinmauer auf dem Kordigast

Keltische Steinmauer auf dem Kordigast
Quelle: Wikimedia Commons

Rekonstruktion einer Pfostenschlitzmauer

Rekonstruktion einer Pfostenschlitzmauer
Kelheim

Bedeutende Funde vom Turmberg

Keltische Zeit:

  • Bronzener Knotenarmring (1928, führte zur Entdeckung der keltischen Anlage)
  • Webgewichte und Spinnwirtel (Textilproduktion) - mit Brandspuren aus der Endphase der Siedlung
  • Keramikscherben aus der Frühlatènezeit

Spätere Epochen:

  • Zwiebelknopffibel (spätes 3./frühes 4. Jh. n. Chr.) - spätrömischer Fibeltyp, Einzelfund
  • Elbgermanische Fibel (ca. 400/420 n. Chr.) - von Hundt als Einzelverlust eines Durchziehenden gedeutet
  • Byzantinisches Bleisiegel (11./12. Jh.* - nach Analyse von Dr. G. Stumpf, Staatliche Münzsammlung München) - mittelalterliche Fernkontakte
    *Hinweis: In manchen populärwissenschaftlichen Darstellungen wird das Siegel ins 10. Jh. datiert, die wissenschaftliche Analyse von 1995 ergab jedoch 11./12. Jh.
  • Mittelalterliche Funde: Spielwürfel, Tonpferdchen
Bronzener Knotenarmring

Knotenarmring

Webgewichte mit Brandspuren

Webgewichte

Tönerne Spinnwirtel

Spinnwirtel

Abschnittswall Turmberg heute

Der mächtige Abschnittswall am Turmberg heute

Bauphasen des Turmbergs

Die folgenden Bauphasen beziehen sich auf die gesamte Befestigungsanlage des Turmbergs, nicht nur auf den Abschnittswall:

  1. Urnenfelderzeit (1000-800 v. Chr.): Erste unbefestigte Höhensiedlung auf dem Gipfelplateau.
  2. Frühe Eisenzeit (spätes 6. Jh. v. Chr.): Erneute Besiedlung, möglicherweise schwach befestigt.
  3. Latènezeit (5. Jh. v. Chr.): Errichtung der großen keltischen Befestigung mit Pfostenschlitzmauer, 14 Hektar umschließend. Die Siedlung endete durch einen Brand, dessen Ursache archäologisch nicht eindeutig geklärt ist.
  4. Karolingisch (8.-9. Jh.): Erste mittelalterliche Wiedernutzung der alten Befestigungsanlage.
  5. Ottonisch (10. Jh.): Massive Verstärkung mit Tuffquadermauer (500m Umfang). Der Abschnittswall wurde speziell als Reaktion auf die Ungarneinfälle (900-955 n. Chr.) erhöht.
  6. Hochmittelalter (11.-13. Jh.): Teilung des Gipfelplateaus durch dreifachen Wallkomplex (kleiner Wall - Graben - hoher Wall). Errichtung einer Adelsburg im bestgeschützten nordöstlichen Bereich hinter dem hohen Wall. Steinmauer datiert um 1220 (Keramikfunde). Byzantinisches Bleisiegel bezeugt weitreichende Kontakte. Anmerkung: Die urkundliche Erwähnung von 1331, wonach die Familie von Giech "ihre Veste Cazzendorf" dem Bistum Bamberg "öffnete", stammt aus Franz Frhr. v. Guttenberg: "Die Herrschaft Thurnau und die Förtsche" (1925), zitiert nach Georg Schwarz in: Heimatbeilage zum Amtl. Schulanzeiger Oberfranken Nr. 127 (1986). Diese Zuordnung ist jedoch umstritten, da keine weiteren Urkunden diese Burg erwähnen und die Grabungen von 1974 keine spätmittelalterliche Herrenburg nachweisen konnten.
  7. Magnusturm (1498): Errichtung des Signalturms als Teil der Warnkette "Wart und Eil auf dem Gebirg". Die Burgkapelle der Hl. Agnes befand sich auf dem vorgelagerten "Kapellenacker" (heute nur noch als Flurname erhalten).
Besucherhinweis

Die Wallanlagen sind heute noch gut im Gelände erkennbar:

  • Der Abschnittswall ist besonders eindrucksvoll beim Aufstieg von Osten (siehe Karte)
  • Das Nordost-Tor mit seinen Schutzwällen ist noch deutlich sichtbar
  • Der Aufstieg erfolgt über die historische Rampe - dabei passiert man die 13m hohe Absteilung, die heute noch erkennbar ist
  • Vom Magnusturm hat man einen herrlichen Rundblick über das Obermaintal
  • Die ehemalige Magnuskapelle ist nur noch durch den Flurnamen "Kapellenacker" und eine Hinweistafel markiert
Interaktive Karte der Wallanlagen
Legende:
━━━ Äußerer Wall (14 ha)
━━━ Abschnittswall (200m)
━━━ Innerer Wall (1 ha)
━━━ Turmbereich
Tore
Türme/Bauten

78 Grabhügel aus dem 7.-5. Jahrhundert v. Chr. bilden eine der bedeutendsten hallstattzeitlichen Nekropolen Oberfrankens.

Raubgrabungen im 19. Jahrhundert

Bereits im letzten Jahrhundert hatten Schatzsucher zahlreiche Hügel "untersucht". Da man es nur auf metallene Beigaben abgesehen hatte, welche man an Museen oder interessierte Sammler verkaufen konnte, grub man im Zentrum der größeren Hügel lediglich einen Suchtrichter. Durch diese grobschlächtige Arbeitsweise wurden die meisten Befunde zerstört und als Geschichtsquellen entwertet.

Hügel X (September 1934)

Ausgegraben vom 17.-26. September 1934 im Rahmen eines Vorgeschichtskurses für oberfränkische Lehrer unter Leitung von Max Hundt.

Die Bestattung:
  • Eine außergewöhnliche Frau: Mit 1,80 m Körpergröße war sie für ihre Zeit sehr stattlich - etwa 50-60 Jahre alt
  • Tracht: Vier kleine Ohrringe aus dünnem Bronzeblech, ein unverzierter Bronzehalsring
  • Unter einer Steinpackung fand sich das Skelett
  • Datierung: Hallstattstufe D (ca. 620–450 v. Chr.) nach Schwarz 1986; Heimatbuch und neuere Lehrtafel datieren auf frühe Latènezeit (um 500 v. Chr.) – die Beigaben liegen zeitlich an der Epochengrenze
Bestattungswandel: Diese Körperbestattung zeigt den erneuten Wechsel im Bestattungsbrauchtum - weg von der Leichenverbrennung zurück zur Körperbestattung. Die jüngere Bestattung hatte dabei eine ältere zerstört.

Hügel XIX (1936)

Die Ausgrabung dauerte über zwei Monate! Dr. Georg Hock und Max Hundt wurden eine Woche lang von Lehrern des 2. Vorgeschichtskurses des NSLB unterstützt.

Die gewaltigen Dimensionen:
  • Noch 1,45 m hoch, 20 m Durchmesser
  • Über 200 Fuder Erde mussten abgefahren werden! (Heimatbuch; Schwarz 1986 und die neuere Lehrtafel am Hügel sprechen von 400 Fuder)
  • Steinkranz: 13-14 m Durchmesser
  • Grabkammer: Fast quadratisch, 4 m Seitenlänge
  • 10 cm starke Brandschicht - der Tote wurde hier verbrannt
  • Datierung: Hallstattstufe C (ca. 800–620 v. Chr.) nach Schwarz 1986 – damit deutlich älter als Hügel X (Ha D). Die Brandbestattung entspricht dem älteren Ritus, während Hügel X bereits den Wechsel zurück zur Körperbestattung zeigt.
Die Funde:
  • Leichenbrand in einer Schüssel mit Deckschale
  • Eine bronzene Gewandnadel mit Schälchenkopf
  • 19 bis 20 Gefäße - teilweise übereinander gestellt (Schwarz 1986: 19; Heimatbuch und Lehrtafeln: 20)
  • Große Vorratsgefäße ("Bieramphoren") mit Flüssigkeitsresten
Getränkereste in hallstattzeitlichen Gräbern - Fakten und Fiktion

Der archäologische Befund: In den großen Vorratsgefäßen ("Bieramphoren") aus Hügelgrab XIX (7. Jahrhundert v. Chr.) fanden sich organische Reste.

Was die Wissenschaft fand: Dr. Grüß (Berlin) untersuchte in den 1930er Jahren die organischen Reste und fand Weizenkörner, die einem Backprozess ausgesetzt waren.

Was Max Hundt daraus schloss: Er spekulierte, dass man "bei der Herstellung eines bierähnlichen Getränkes Fladenbrot vergoren hätte" - eine kreative Interpretation, die wissenschaftlich nicht belegt ist. Sicher ist nur: Die Hallstattkultur kannte fermentierte Getreidegetränke für rituelle Zwecke, vermutlich bei Bestattungsritualen.

Steinkreis von Hügelgrab XIX im Pfarrwald

Reste des Steinkreises von Hügelgrab XIX

Wie wurden die Grabhügel errichtet?

Basierend auf den Ausgrabungen in Kasendorf und Vergleichsfunden:

1. Der Aufbau (nach Max Hundt und Georg Hock):
  • Steinkranz: Am Fuß des geplanten Hügels wurde ein Kreis aus Steinen gelegt - bei Hügel XIX hatte er 13-14m Durchmesser
  • Grabkammer: Im Zentrum errichteten die Angehörigen aus vierkantig behauenen Balken eine Holzkonstruktion, die mit einem Deckengebälk geschlossen wurde. Das Fundament bestand aus Sandsteinen
  • Steinpackung: Die Holzkammer wurde mit einer mächtigen Steinschicht bedeckt - bei Hügel X wird von einer "Steinpackung" berichtet
  • Erdhügel: Über allem wurde der eigentliche Hügel aufgeschüttet
2. Die rituelle Aufschüttung:

Aus der Heimatbeilage zum Amtl. Schulanzeiger Oberfranken Nr. 127 (1986):

"Unter Opfer und Gebet bringen die Freunde und Verwandten Erde, die sie rings um die Grabkammer herangeholt haben... Jährlich wiederholt sich diese Sitte. An den Jahrtagen des Todes schaffen die Trauernden karrenweise von weither Erde."

Vorsicht: Diese poetische Schilderung stammt vermutlich aus den 1930er Jahren und spiegelt die damalige romantische Interpretation wider. Archäologisch lässt sich nur belegen, dass die Hügel über Jahre hinweg erhöht wurden - die genauen Rituale bleiben Spekulation.

3. Was wir sicher wissen:
  • Die Hügel wurden tatsächlich über längere Zeit immer wieder erhöht (nachgewiesen durch unterschiedliche Erdschichten)
  • Für Hügel XIX mussten über 200 Fuder Erde bewegt werden (andere Quellen nennen 400)
  • Die Holzkammern sind längst verrottet - nur Verfärbungen im Boden zeigen ihre ehemalige Position
  • Die Steinkreise und Steinpackungen haben teilweise überdauert

Hinweis: Die Rekonstruktionen basieren auf den Grabungsberichten von 1934-1936. Moderne archäologische Methoden könnten heute genauere Erkenntnisse liefern.

Lage: Im Friesenbachtal, heute Industriegebiet Alpha-InnoTec (ehemals "Hocka")

Entdeckung: 1982 bei Bauarbeiten, Rettungsgrabung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege

Zeitstellung: 1200-800 v. Chr. (Urnenfelderkultur)

Besonderheiten
  • Drei verschiedene Grabtypen mit unterschiedlichen Steinschutzbauten
  • Fund eines seltenen "Etagengefäßes"
  • Außergewöhnlich: Eine Kinderkörperbestattung inmitten der Brandgräber
  • Ungewöhnliche Lage in einem Seitental (normalerweise in großen Flusstälern)
Denkmalschutz

Diese Rettungsgrabung zeigt die ständige Gefährdung archäologischer Stätten durch moderne Baumaßnahmen. Viele Funde kommen nur durch Zufall ans Licht.

Etagengefäß aus dem Gräberfeld Kasendorf Flur

Das seltene Etagengefäß aus Grab 7A
Landschaftsmuseum Obermain

Kasendorf im regionalen Kontext

Verbreitung der Hallstattkultur

Verbreitung der Hallstattkultur - Kasendorf im Osthallstattkreis
Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Der Fritz-Hornschuch-Naturpfad zeigt Kasendorf nicht isoliert, sondern als Teil eines lebendigen archäologischen und kulturellen Netzwerks über 6000 Jahre.

Nach den Kelten: Zwei fundarme Zeiträume

Um ca. 400 v. Chr. verließen die Kelten das Gebiet. Die Besiedlungsnachweise reißen laut Max Hundt „völlig ab", und der Naturpfad-Text (Schwarz, stark auf Hundt gestützt) sieht das obere Maintal in der Folge nur als „Durchzugsland germanischer Völkerschaften"1.

Die erste große Lücke erstreckt sich von ca. 400 v. Chr. bis ins 3. Jh. n. Chr. – gut 600 Jahre, aus denen vom Turmberg praktisch nichts vorliegt. Dann tauchen vereinzelte Funde auf: eine Zwiebelknopffibel (spätrömischer Typ, spätes 3./frühes 4. Jh.) und eine elbgermanische Fibel (ca. 400/420 n. Chr.) – letztere wohl identisch mit Hundts Fund von 1936, den er als Einzelverlust eines durchziehenden Germanen deutete. Eine zweite fundarme Phase folgt von der Völkerwanderungszeit bis in die Karolingerzeit (ca. 500–700 n. Chr.), bevor Pfeilspitze und Schleifenring die frühmittelalterliche Wiederbesiedlung ab dem 8./9. Jh. belegen.

B.-U. Abels und H. Endres stellten 1995 nach ihren Grabungen fest, dass die Zahl spätgermanischer Funde „auffallend gering" sei, und dass die ältere Vorstellung einer kaiserzeitlichen Befestigung (wohl Gelbhaar 1978) „aufgegeben werden" müsse. Ob man die Zwischenzeit als „Siedlungslücke" oder als „geringe Funddichte" beschreibt, lassen sie bewusst offen – die wenigen Funde tragen jedenfalls keine Siedlungs- oder Befestigungsinterpretation.

Linearbandkeramik
Verbindungen zur Bandkeramik

Die Linearbandkeramik (ca. 5500-4900 v. Chr.) zeigt die frühe neolithische Besiedlung auch in unserer Region. Konkrete Funde aus der Gegend um Kasendorf werden im Archäologischen Museum Bayreuth präsentiert. Weitere wichtige Fundorte in Oberfranken sind der Hohle Stein bei Schwabthal (Lkr. Lichtenfels, Siedlung 5200-5000 v. Chr.) und Königsfeld mit einem Grabenwerk. Diese ersten Bauern Mitteleuropas brachten Ackerbau, Viehzucht und die charakteristischen Langhäuser mit.

Quelle: Wolfgang Sauber, Wikimedia Commons

Zwischen Kelten und Karolingern

Zwei fundarme Zeiträume rahmen ein schmales Fenster vereinzelter germanischer Funde (3.–5. Jh.) ein: davor ca. 600 Jahre ohne Nachweise seit der keltischen Abwanderung, danach nochmals Stille bis zur karolingischen Wiederbesiedlung (8./9. Jh.). Abels/Endres (1995) konstatieren eine „auffallend geringe" Fundzahl, ohne die Befundlage weiter zu interpretieren.

Mittelalterliche Signalkette

Der Magnusturm war Teil der "Wart und Eil auf dem Gebirg" - einer Signalkette von Hof über Kulmbach bis Nürnberg.

Magnusturm

Die Geschichte des Naturpfads selbst

Der Pfad wurde als einer der ersten Naturlehrpfade Deutschlands konzipiert. Die ursprüngliche Route bestand aus vier Teilstrecken rund um Kasendorf. Trotz Versuchen der NS-Vereinnahmung gelang es Max Hundt und Fritz Hornschuch, die wissenschaftliche Integrität zu wahren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Pfad wiederhergestellt. Max Hundt konnte mit erneuter finanzieller Unterstützung von Dr. Hornschuch große Teile des Pfades wiederherstellen. Teil 2 des ursprünglichen Pfades, der "Märchenwald" in den Reuther Waldungen, konnte aufgrund von Grundstücksstreitigkeiten nicht wiederhergestellt werden.

Am 28. August 1949 wurde der Pfad in reduzierter Form wiedereröffnet.

2012-2018: Erste Phase der Modernisierung unter der fachlichen Leitung von Kreisheimatpfleger Dieter Schmudlach. Aktualisierung der wissenschaftlichen Inhalte basierend auf modernen archäologischen Erkenntnissen.

2018-2020: Umfassende Erneuerung in einer Gemeinschaftsinitiative:

  • Helga und Siegfried Dressel (Wegewarte des Fränkische Schweiz Vereins): Übernahmen 2018 das Ehrenamt und erkannten das Potenzial des Pfades. Erneuerten und ergänzten die Wegemarkierungen nach neuen Richtlinien.
  • Bernd Steinhäuser (Bürgermeister Kasendorf): Unterstützte die komplette Neugestaltung mit einem Budget von 35.000 Euro (60% staatlich gefördert).
  • Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura: Koordination und Förderung

Ergebnis: 27 erneuerte geologische und geschichtliche Lehrtafeln plus 8 neue Infotafeln zu Naturthemen. Moderne Gestaltung mit QR-Codes für weiterführende Informationen. Der Bauhof Kasendorf und der Bautrupp des Naturparks verbesserten zudem die Begehbarkeit des Weges.

Zwischen Wissenschaft und Spekulation

Die wissenschaftliche Methode

Die Ausgrabungen in Kasendorf zeigen exemplarisch die Entwicklung archäologischer Methodik:

  • Dokumentation: Bereits in den 1930er Jahren fertigten Hundt und Hock detaillierte Grabungspläne und Fundkataloge an
  • Interdisziplinarität: Botaniker, Chemiker und Geologen wurden zur Analyse herangezogen
  • Fortbildung: Die Vorgeschichtskurse für Lehrer verbreiteten das Wissen
Beispiel Hügel XIX

Die Ausgräber mussten über 200 Fuder Erde bewegen (Schwarz 1986 und die Lehrtafel am Hügel nennen sogar 400) - eine immense körperliche Leistung, die zeigt, wie aufwendig wissenschaftliche Archäologie ist.

Methodische Weiterentwicklung und aktuelle Situation

Die archäologische Methodik hat sich seit den 1930er Jahren enorm weiterentwickelt. Ein gutes Beispiel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung des 1982 in Kasendorf ausgegrabenen urnenfelderzeitlichen Gräberfeldes, die erst 2015 in den "Beiträgen zur Archäologie in Oberfranken" publiziert wurde - mit modernen Analysemethoden und vergleichenden Studien.

Moderne Forschung in der Region: Das Beispiel Görauer Anger

Wie moderne archäologische Forschung aussehen kann, zeigt das Projekt von Timo Seregély (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) am nur 15 km entfernten Görauer Anger bei Weismain (2020-2021):

  • GIS-basierte Raumanalyse: Vorab-Identifikation von Siedlungsgunstlagen mittels Geoinformationssystemen
  • Geophysikalische Prospektion: Magnetometer-Messungen zur Lokalisierung unterirdischer Strukturen
  • Systematische Oberflächenbegehungen: Nach Regen auf frisch gepflügten Äckern
  • Bodenbohrungen: Mit Edelman-Bohrer zur Untersuchung von Kulturschichten
  • C14-Datierungen: Präzise zeitliche Einordnung von Holzkohle und organischen Funden
  • OSL-Datierung (Optisch Stimulierte Lumineszenz): Eine besonders innovative Methode - damit konnte Seregély das Alter von Sedimenten bestimmen, die in Dolinen abgelagert wurden. Die Methode misst, wann Quarzkörner zuletzt dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. So ließ sich nachweisen, dass die oberen Dolinenfüllungen aus dem Frühmittelalter stammen.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Archäologen arbeiteten mit Bodenkundlern und Paläoökologen

Diese Methoden ermöglichten es, die bronze- und eisenzeitliche Besiedlungsgeschichte der nördlichen Frankenalb neu zu schreiben - ohne eine einzige große Ausgrabung!

Seit der letzten größeren Grabung am Turmberg 1995 ruht die archäologische Forschung in Kasendorf allerdings weitgehend. Die archäologischen Stätten warten darauf, mit solchen modernen Methoden wie der OSL-Datierung neu erforscht zu werden - das Potential ist enorm.

Vorsicht vor Überinterpretation

Nicht alle Deutungen aus den 1930er Jahren halten wissenschaftlicher Überprüfung stand:

Das "fränkische Troja"

Hundts Vergleich: Er bezeichnete den Kasendorfer Turmberg als "eine Art fränkisches Troja" - in Anlehnung an Heinrich Schliemanns Ausgrabungen

Problem: Solche romantischen Vergleiche mit antiken Hochkulturen überhöhen die lokale Bedeutung und suggerieren falsche Zusammenhänge

Das "Fladenbrot-Bier"

Fund: Dr. Grüß identifizierte Weizenkörner mit Backspuren

Hundts Interpretation: "Man hätte Fladenbrot zu Bier vergoren"

Wissenschaftlicher Stand: Es gab fermentierte Getreidegetränke, aber die genaue Herstellungsweise bleibt spekulativ

Solche kreativen Interpretationen zeigen die Begeisterung der frühen Forscher, mahnen aber auch zur Vorsicht: Archäologie muss bei den Fakten bleiben.

Weitere bedeutende Funde aus Kasendorf

Schnurkeramisches Hockergrab Neudorf (1932)
Schnurkeramische Amphore

Schnurkeramische Amphore

Eines der wichtigsten jungsteinzeitlichen Gräber der Region. Die Bestattung mit Streitaxt und Amphore zeigt die typischen Merkmale der Schnurkeramik-Kultur.

Steinzeitliche Werkzeuge aus Reuth
Spitznackiges Steinbeil

Spitznackiges Steinbeil

Steinbeile wie dieses waren essenzielle Werkzeuge der steinzeitlichen Bevölkerung. Sie dienten zur Holzbearbeitung und zum Roden von Waldflächen für die ersten Äcker.

Alle gezeigten Funde befinden sich im Landschaftsmuseum Obermain in Kulmbach

Entdecken Sie die Archäologie selbst!

Der Fritz-Hornschuch-Naturpfad ist heute ein 8,3 km langer Rundweg, der Sie zu den wichtigsten archäologischen Stätten führt. Informationstafeln vor Ort vertiefen Ihr Wissen.

Weiterführende Informationen

Landschaftsmuseum Obermain

Viele Funde aus Kasendorf sind im Landschaftsmuseum Obermain in Kulmbach ausgestellt, darunter die Sammlung Max Hundt.

Zur Museumswebsite
Moderne archäologische Forschung in der Region

Das Projekt von Timo Seregély (Universität Bamberg) zur Siedlungsgeschichte der nördlichen Frankenalb zeigt, wie moderne Archäologie ohne große Ausgrabungen funktioniert:

Kothieringer, K., Seregély, T., Lambers, K.: Settlement and Landscape History of the Northern Franconian Jura during the Bronze and Iron Ages. In: Archäologisches Korrespondenzblatt 48, 2018

Mehr zum Forschungsprojekt

Quellen und Literatur

  1. Georg Schwarz: Der Fritz-Hornschuch-Naturpfad bei Kasendorf. In: Heimatbeilage zum Amtlichen Schulanzeiger des Regierungsbezirks Oberfranken, Nr. 127, 1986
  2. Markt Kasendorf in Vergangenheit und Gegenwart. Ein Heimatbuch
  3. Landschaftsmuseum Obermain: Online-Dokumentation zur Archäologie (Web Archive)
  4. Informationstafeln am Fritz-Hornschuch-Naturpfad
  5. Archäologisches Jahr in Bayern 1995
  6. Beiträge zur Archäologie in Oberfranken 09-2015
  7. B.-U. Abels: Zur Eisenzeit in Oberfranken. Jahrbuch der Bayerischen Bodendenkmalpflege
  8. Seregély et al. 2024: Long-term Rural Settlement Continuity and Land Use during the Bronze and Iron Ages in the Northern Franconian Low Mountain Range. European Journal of Archaeology
  9. Fränkische Schweiz Verein: Fritz-Hornschuch-Naturpfad erneuert. Pressemitteilung vom 26.06.2020
  10. Magister Will: Deutschen Paradeiß (1692), II. Band. Zitiert nach Georg Schwarz 1986

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